Bauernfriedhof Renninghausen

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Der alte Bauernfriedhof in Renninchusen

Eingang Bauernland.JPG

Eingang zum alten Bauernfriedhof

Wenn wir in Renninghausen die Stockumer Straße in Richtung Bolmke verlassen, an der Gaststätte „Goldener Erntekranz“ - dem Lokal des Kleingartenvereins Goldener Erntekranz - vorbei, kommen wir nach ca. 200 Metern an einen links abzweigenden kleinen Waldweg. Dieser führt uns direkt zu einem alten Friedhof

„Im Bauernland“

Still, fast einsam, liegt der kleine Friedhof versteckt zwischen zwei Schrebergärten. Er wird vom lärmenden Verkehr der Stockumer Straße nicht berührt. Er besteht seit dem Jahre 1812 und hat daher historische Merkmale.

Er gehört weder einer Kommunalbehörde noch einer Kirchengemeinde.

Der kleine Friedhof wird verwaltet durch eine Interessengemeinschaft von Renninghauser Familien, die hier das Begräbnisrecht haben und die Friedhofsordnung regeln.

Der Friedhof erzählt uns eine Geschichte. Er zeigt die Gräber der verstorbenen aus den ehemaligen Bauernschaften Renninghausen und Brünninghausen auf. Einzelne Gruften und deren Grabsteine lassen alte fast vergessene Namen von Bauern und Köttern und deren Familien aufleben.

Seit 1812 werden hier Bauern und Einwohner von Renninghausen und Brünninghausen begraben, somit hat der Friedhof heute eine über 200 jährige Geschichte.

Ausgangspunkt bei Entstehung des Bauernfriedhofs Renninghausen 1812

Zu dieser Zeit war das Amt Hörde eingeteilt in Bauerschaften:

1. Das Oberamt Hörde

  • Kirchspiel Wellinghofen mit den Bauerschaften Wellinghofen, Wichlinghofen, Lück-Lemberg, Hacheney, Benninghofen, Brünninghausen
  • Aus dem Kirchspiel Reinoldi-Dortmund die Bauerschaft Renninghausen und der Stüting zu Brünninghausen
  • Kirchspiel Kirchhörde mit dem Kirchdorf und den Bauerschaften Großen- und Lütgenholthausen, Löttringhausen, Kruckel
  • Kirchspiel Rüdinghausen mit Kirchdorf und Bauerschaft Brunebeck
  • Kirchspiel Eichlinghofen mit dem Kirchdorf und den Bauerschaften Salingen, Persebeck, Menglinghausen
  • Kirchspiel Barop mit den Bauerschaften Groß- und Klein-Barop
  • Aus dem Kirchspiel Lütgendortmund die Bauerschaften Annen und Wullen

2. Das Niederamt Hörde

  • Kirchspiel Brackel mit der Bauerschaft Brackel
  • Aus dem Kirchspiel Aplerbeck die Bauerschaft Schüren

Die Menschen in den Bauerschaften Renninghausen und Brünninghausen gehörten nach der Reformation zur lutherischen Reinoldi-Gemeinde in der freien Reichsstadt Dortmund. Das Umland, soweit es der Grafschaft Mark zugeordnet war, kam 1614 mit Kleve, Mark und Ravensberg zu Brandenburg und bekannte sich somit zum reformierten Glauben. Die Reinoldi-Gemeinde hatte bereits um 1189 den Kirchspielen Wellinghofen und Kirchhörde das Tauf- und Begräbnisrecht als Filialgemeinde übertragen. Daraus ergab sich, dass die Pfarrer der Wellinghofer Gemeinde für die meisten Bauern und Pächter im Bereich der Bauernschaft Renninghausen und Brünninghausen zuständig war.

In Wellinghofen wurde die lutherische Minderheit geduldet, was zu einer Besonderheit führte: In einer Kirche gab es somit zwei protestantische Gemeinden. Wellinghofen ist heute einer der wenigen Orte, an denen zwei nah beieinander liegende evangelische Kirchen noch die Situation nebeneinander existierender lutherischer und reformierter Gemeinden sichtbar werden lassen, die in der Regel mit der Union im 19. Jahrhundert verschwand.

Alte Kirche

Diese Alte Kirche in Wellinghofen wurde vermutlich als Eigenkirche auf einem Hof gegründet. Als ihren Gründer kann man sich einen weltlichen Grundherrn vorstellen, der Beziehungen zum Kloster Münstereifel unterhielt, denn sie war wie das Eifelkloster den römischen Märtyrern des 3. Jh. Chrysantus und Daria geweiht. Später entwickelte sich aus dem Eigenkirchenrecht das Patronatsrecht, d.h. das Recht der Besetzung der Pfarrstelle, welches mit Einschränkungen bis heute gilt und von den Freiherrn von Romberg im Wechsel mit den Fürsten zu Bentheim-Tecklenburg wahrgenommen wird.

Die Alte Kirche in Wellinghofen beherbergte bis Ende des 20. Jahrhunderts sowohl die lutherische als auch die reformierte protestantische Gemeinde. Die noch vorhandenen Grabsteine aus der Zeit von 1646-1750 sind von der Familie Romberg in Brünninghausen

Zu bemerken ist, dass die Eingesessenen zu Renninghausen sowie der Bauer Stüting zu Brünninghausen in die Kirche St. Reinoldi zu Dortmund eingepfarrt waren.

Wilhelm Hücker schreibt in seinem Buch "Die Entwicklung der ländlichen Siedlung zwischen Ardey und Hellweg"[1], dass der Mellinghaus-Hof in Brünninghausen im Kirchspiel der Reinoldikirche lag, ebenso wie die anderen Höfe und Kotten. Nur wenige Ausnahmen gehörten zum Kirchspiel Wellinghofen.

Fußnoten

  1. Bibliographische Angaben; S. 267