15. Mai 1944

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Editorial 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 1947 1948 1949 Epilog Anhang

Inhaltsverzeichnis

Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember Eine Art Bilanz Gedankensplitter und Betrachtungen Personen Orte Abkürzungen Stichwort-Index Organigramme Literatur Galerie:Fotos,Karten,Dokumente

Chronik

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31.

Erfahrungen i.d.Gefangenschaft Bemerkungen z.russ.Mentalität Träume i.d.Gefangenschaft

Personen-Index Namen,Anschriften Personal I.R.477 1940–44 Übersichtskarte (Orte,Wege) Orts-Index Vormarsch-Weg Codenamen der Operationen im Sommer 1942 Mil.Rangordnung 257.Inf.Div. MG-Komp.eines Inf.Batl. Kgf.-Lagerorganisation Kriegstagebücher Allgemeines Zu einzelnen Zeitabschnitten Linkliste Rotkreuzkarte Originalmanuskript Briefe von Kompanie-Angehörigen

English

Lehrgang

GEO & MIL INFO
Potsdam-Nedlitz Karte — map
Lehrgang für genesende Offiziere im Wehrkreis III[1]
06.06.: Invasion in der Normandie
Wehrkreis­kommando III

Nun ist diese Zeit vorbei, denn vom 15.5. bis 1.7.44 bin ich zu einem Lehrgang für genesende Offiziere in Potsdam-Nedlitz kommandiert.

Bei der Eingangsuntersuchung nimmt mir der Oberfeldarzt den elastischen Verband ab, den ich seit meiner Verwundung trage. Das sind fünf Monate. Als er die letzte Wickellage abzieht, löst sich die ganze Haut ab, die inzwischen abgestorben war. Der Fuß sieht gefährlich aus mit dem fast rohen Fleisch. Das ist sehr günstig, denn nun brauche ich längere Zeit zur Genesung.

Unser Dienst geht von 8 Uhr früh bis 4 Uhr nachmittags und besteht aus Unterricht in allen Sparten des militärischen Lebens von der Taktik bis zum Verhalten in der Öffentlichkeit, von Geländebesprechungen bis Sport. Nebenbei wird die Heilbehandlung fortgesetzt, die eigentlich nur aus Bestrahlungen und Massagen besteht. Die Meinungen über den Sinn dieser Lehrgänge sind geteilt. Die einen möchten den Lehrbetrieb, die anderen die Heilbehandlung verstärkt sehen. Manche behaupten, es würde nirgends so viel Dienst gemacht wie in Potsdam und Spandau. So schlimm ist es aber nicht. Die Berliner dürfen zuhause wohnen. Sie müssen nur morgens zum Dienst zur Stelle sein. Auch die Urlaubsgewährung zu Sonn- und Feiertagen oder zu besonderen Anlässen wird großzügig gehandhabt. Unser Lehrgangsleiter, ein Oberst alter Schule, in Potsdamer Geist erzogen, Offizier vom Scheitel bis zur Sohle, ist einer der besten Offiziere, die ich kennengelernt habe. Mit seinem schmalen Gesicht, schmalen Lippen, Monokel, wortkarg und zurückhaltend, macht er äußerlich einen unnahbaren Eindruck. Aber er ist von geradezu väterlichem Verständnis für alle unsere Wünsche und von größtem menschlichen Entgegenkommen. Nur zeigt er es nicht nach außen hin. Er erinnert mich an meinen alten Regimentskommandeur Oberst Taeglichsbeck.

Ich bewohne ein Einzelzimmer in der Kaserne. Mittwochs und samstags fahre ich zu den Eltern nach Friedrichshagen.

Carola kommt zweimal aus Cammin. Sie trifft sonnabends ein und fährt montags wieder ab. Wir machen dann schöne Ausflüge in der Umgebung, fahren nach Friedrichshagen oder setzen uns in ein Eiscafé.

Lotte ist in Potsdam und ruft zweimal in der Kaserne an. Aber ich war nie zu erreichen. Wir haben uns nicht gesehen.


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Editorial 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 1947 1948 1949 Epilog Anhang

Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember Eine Art Bilanz Gedankensplitter und Betrachtungen Personen Orte Abkürzungen Stichwort-Index Organigramme Literatur Galerie:Fotos,Karten,Dokumente

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31.

Erfahrungen i.d.Gefangenschaft Bemerkungen z.russ.Mentalität Träume i.d.Gefangenschaft

Personen-Index Namen,Anschriften Personal I.R.477 1940–44 Übersichtskarte (Orte,Wege) Orts-Index Vormarsch-Weg Codenamen der Operationen im Sommer 1942 Mil.Rangordnung 257.Inf.Div. MG-Komp.eines Inf.Batl. Kgf.-Lagerorganisation Kriegstagebücher Allgemeines Zu einzelnen Zeitabschnitten Linkliste Rotkreuzkarte Originalmanuskript Briefe von Kompanie-Angehörigen

  1. eine Dienststelle mit eigenem Dienststempel (s. Soldbuch S. 24)