Renninghausen: Unterschied zwischen den Versionen

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Würden auf dieser Zeichnung die Industrieanlagen eingezeichnet könnte man deutlich erkenne das der Weg zu diesen Arbeitsstätten sehr kurz war. Allerdings wurde bei dieser Planung nicht berücksichtig das einige Industriebereiche rückläufig waren und eine Blütezeit nur noch durch den anstehenden Krieg hatten.
 
Würden auf dieser Zeichnung die Industrieanlagen eingezeichnet könnte man deutlich erkenne das der Weg zu diesen Arbeitsstätten sehr kurz war. Allerdings wurde bei dieser Planung nicht berücksichtig das einige Industriebereiche rückläufig waren und eine Blütezeit nur noch durch den anstehenden Krieg hatten.
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Die Politik
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Bau und Siedlungsbaupolitik im Nationalsozialismus
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Der soziale Wohnungsbau im III. Reich wurde vor allem unterschieden in „Volkswohnungen“ und „Kleinsiedlungen“.( Auch Siedlungsstelle genannt) Kleinsiedlungen wurden bis  zum Kriegsbeginn aus politischen Gründen bevorzugt, da die Kleinsiedlung dem Eigentümer die Möglichkeit der Selbstversorgung durch einen kleinen Garten und eingeschränkter Nutztierhaltung ermöglichte und dem gewünschten Familienzuwachs keine Schranken setzte. Durch den Besitz eines eigenen Heimes sollte sich der Arbeiter sich zudem mehr mit dem eigenen Boden verbunden fühlen und band ihn so verstärkt an die deutsche Heimat (Blut-und-Boden-Ideologie). Eine Kleinsiedlung oder Siedlungsstelle wurde in der Benutzungsordnung geregelt
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Es waren  meist Siedlungen welche durch Organisierte Gruppenselbsthilfe entstanden sind,
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heute sind diese Siedlungen nicht mehr zeitgemäß da sie Zuviel Land verbrauchten.
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In Hombruch gibt es noch eine Siedlung welche diesen Charakter hat, an der Hohe Braukstr.
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Diese Siedlung wurde gebaut mit Hilfe und für die Vertriebenen.
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Volkswohnungen hingegen waren alles, was nicht einer Kleinsiedlung, sprich einer isolierten Einheit der deutschen Familie, entsprach. Volkswohnungen waren billige Mietwohnungen in Ein- oder Mehrfamilienhäuser, die bis zum Kriegsausbruch weniger erwünscht waren, da sie vor allem das nationalsozialistische Ideal der kinderreichen Familie.
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Mit Beginn des Krieges rückte aber die Sparsamkeit und Funktionalität des Wohnungsbaus wieder vermehrt in den Vordergrund, welche typisierte und rational ausgearbeitete Baupläne und Verfahren besser erfüllten, als der aufwändige Bau von Kleinsiedlungsstellen. Ziel der nationalsozialistischen Siedlungsplanung war eine Durchmischung von ein- und zweigeschossigen Kleinhäusern und Mehrfamilienhäusern mit möglichst nicht höherer Geschosszahl, die einen harmonischen Zusammenklang bilden sollten und sich in das Stadtbild einzupassen hatten
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Neben diesen politischen Bauvorgaben musste der Architekt sich auch nicht minder wichtigen ästhetischen Regeln unterwerfen, die 1936 als „Baubedingungen der Stadt Waren“ an der Müritz vom Stadtbaurat Pinnow herausgegeben wurden. Diese ästhetischen Bauvorgaben hatten den Schutz des Stadtbildes unter Verwendung regionaler Baustoffe und -formen zum Ziel. Die Baubedingungen beinhalteten unter anderem die Umsetzung der Bauten als Ziegelrohbau mit Verfugung mit weißem Kalkmörtel, schiefergrau gedeckte Steildächer, die einen Neigungswinkel nicht unter 45° aufweisen mussten, und bündig mit der Mauer einsetzten und weiß gestrichene Fensterrahmen. Diese Richtlinien greifen die traditionellen Bauformen des norddeutschen Raumes auf und dienen der Harmonisierung von altem und neuem Stadtteil.
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Die Siedlung
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Unter dem nationalsozialistischen Regime, setzte sich immer mehr die Auffassung durch sogenannte Volkswohnungen (Kleinwohnungen nahe den Industriewerken)zu bauen.
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Renninghausen erfüllte diese Anforderungen. Es gab um Hombruch herum mehrere Zechenbetrieb, es gab in Barop das Walzwerk und in Hörde das Stahlwerk Phönix.
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Auch waren noch einige Zechen in Betrieb
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== Die Politik ==
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Bau und Siedlungsbaupolitik im Nationalsozialismus
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Der soziale Wohnungsbau im III. Reich wurde vor allem unterschieden in „Volkswohnungen“ und „Kleinsiedlungen“.( Auch Siedlungsstelle genannt) Kleinsiedlungen wurden bis  zum Kriegsbeginn aus politischen Gründen bevorzugt, da die Kleinsiedlung dem Eigentümer die Möglichkeit der Selbstversorgung durch einen kleinen Garten und eingeschränkter Nutztierhaltung ermöglichte und dem gewünschten Familienzuwachs keine Schranken setzte. Durch den Besitz eines eigenen Heimes sollte sich der Arbeiter sich zudem mehr mit dem eigenen Boden verbunden fühlen und band ihn so verstärkt an die deutsche Heimat (Blut-und-Boden-Ideologie). Eine Kleinsiedlung oder Siedlungsstelle wurde in der Benutzungsordnung geregelt
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Es waren  meist Siedlungen welche durch Organisierte Gruppenselbsthilfe entstanden sind,
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heute sind diese Siedlungen nicht mehr zeitgemäß da sie Zuviel Land verbrauchten.
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In Hombruch gibt es noch eine Siedlung welche diesen Charakter hat, an der Hohe Braukstr.
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Diese Siedlung wurde gebaut mit Hilfe und für die Vertriebenen.
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Volkswohnungen hingegen waren alles, was nicht einer Kleinsiedlung, sprich einer isolierten Einheit der deutschen Familie, entsprach. Volkswohnungen waren billige Mietwohnungen in Ein- oder Mehrfamilienhäuser, die bis zum Kriegsausbruch weniger erwünscht waren, da sie vor allem das nationalsozialistische Ideal der kinderreichen Familie.
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Mit Beginn des Krieges rückte aber die Sparsamkeit und Funktionalität des Wohnungsbaus wieder vermehrt in den Vordergrund, welche typisierte und rational ausgearbeitete Baupläne und Verfahren besser erfüllten, als der aufwändige Bau von Kleinsiedlungsstellen. Ziel der nationalsozialistischen Siedlungsplanung war eine Durchmischung von ein- und zweigeschossigen Kleinhäusern und Mehrfamilienhäusern mit möglichst nicht höherer Geschosszahl, die einen harmonischen Zusammenklang bilden sollten und sich in das Stadtbild einzupassen hatten
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Neben diesen politischen Bauvorgaben musste der Architekt sich auch nicht minder wichtigen ästhetischen Regeln unterwerfen, die 1936 als „Baubedingungen der Stadt Waren“ an der Müritz vom Stadtbaurat Pinnow herausgegeben wurden. Diese ästhetischen Bauvorgaben hatten den Schutz des Stadtbildes unter Verwendung regionaler Baustoffe und -formen zum Ziel. Die Baubedingungen beinhalteten unter anderem die Umsetzung der Bauten als Ziegelrohbau mit Verfugung mit weißem Kalkmörtel, schiefergrau gedeckte Steildächer, die einen Neigungswinkel nicht unter 45° aufweisen mussten, und bündig mit der Mauer einsetzten und weiß gestrichene Fensterrahmen. Diese Richtlinien greifen die traditionellen Bauformen des norddeutschen Raumes auf und dienen der Harmonisierung von altem und neuem Stadtteil.
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Die Siedlung
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Unter dem nationalsozialistischen Regime, setzte sich immer mehr die Auffassung durch sogenannte Volkswohnungen (Kleinwohnungen nahe den Industriewerken)zu bauen.
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Renninghausen erfüllte diese Anforderungen. Es gab um Hombruch herum mehrere Zechenbetrieb, es gab in Barop das Walzwerk und in Hörde das Stahlwerk Phönix.
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Auch waren noch einige Zechen in Betrieb
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Die Wohnungsbaupolitik stand unter dem Einfluss Dortmund als Rüstungsstadt auszubauen.
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Propagandistisch wurde die dazu gehörende geplante und durchgeführte Bautätigkeit heraus gestellt.
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Eine wirklich ausgefüllte Baupolitik wurde erst nach den Schrecken der Bombardierungen zu Friedenszeiten vorgenommen.
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Es gab bei den Planern aber einen Widerspruch zwischen angekündigter Bautätigkeit und deren Realisierung. Diesen Widerspruch gab es in vielen Bereichen nationalsozialistischer Ankündigung bzw. Plänen. Besonders groß war diese Diskrepanz im Baubereich
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Jede Bautätigkeit wurde deshalb mit riesigem „ Tamtam“ durchgeführt und sei sie noch so unbedeutend.
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Anfang 1938 konnte der Betriebsführer der Hörder Hüttenwerke eine Siedlung von 20 Häusern einweihen. Mit großem Presseaufwand wurde dies als riesige Leistung heraus gestellt und als Teil der kommenden Großsiedlung Dortmund Süd gefeiert.
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Gleichzeitig wurde der Dortmunder Bevölkerung zu Weihnachten  ein Weihnachtsgeschenk versprochen wie man es sich nicht besser vorstellen konnte.
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Eine neue „Stadt“ die Rudolf Hess Stadt.
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Der Stadtentwurf von dem Dortmunder Architekten Joseph Wentzler
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(07.10.1884 in Vicht/Aachen-14.07.1942 in Dortmund)  in Verbindung mit dem Oberbürgermeister
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Willi Banike  (Christof Willy „Willi“ Banike * 3. Juli 1900 in Amberg  † 27. September 1970 in Iserlohn
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deutscher Jurist, Verwaltungsbeamter und Politiker (NSDAP) und ab 30.08.1934 bis12.04.1945 Oberbürgermeister der Stadt Dortmund.
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wurde als „ Stadt des deutschen Sozialismus „ bezeichnet.

Version vom 11. August 2016, 20:42 Uhr


Die „Rudolf-Heß Siedlung „ in Dortmund Renninghausen.

Einleitung [[1]][Renninghausen] ist ein Dortmunder Stadtteil im Stadtbezirk Hombruch.

Der Stadtteil findet sich südlich des Waldgebietes Bolmke und besteht aus einer alten bäuerlichen Siedlung und zum Großteil aus einer zu Zeiten des Nationalsozialismus erbauten Großsiedlung. Deren ursprünglicher Name war "Rudolf-Heß-Siedlung". (Süd-Ost Siedlung)

Renninghausen war eine kleine bäuerliche Siedlung, welche eingegrenzt wurde durch die Baroper Heide, den Hombrucher Wald und den Ländereien des Ortes Brünninghausen des [[2]] Freiherrn von Romberg. Heute befindet hier sich das Schulzentrum Renninghausen mit der Schubert-Grundschule, der ehemaligen Hauptschule Renninghausen, der Robert-Koch-Realschule und dem Helene-Lange-Gymnasium, sowie die Sekundarstufe II (gymnasiale Oberstufe) der Gesamtschule Brünninghausen; ebenso befinden sich dort kommunale und kirchliche Kindertagesstätten. Hohen Freizeitwert haben die Bolmke sowie der Schulten Hof die Gartenanlagen „Goldener Erntekranz" "Heideblick" und zur Quelle. Diese um 1950 gegründeten Gartenanlagen sind ein fester Bestandteil für einen erholsamen Spaziergang Die Bolmke und die nähere Umgebung ist außerdem sehr beliebt bei Spaziergängern, Fahrradfahrern und Sportlern wie zum Beispiel Joggern oder Nordic Walkern, die zu einem Teil auch von außerhalb mit Bus, Auto und anderen Transportmitteln anreisen, um die Bolmke als Erholungsgebiet zu nutzen. Lange wurde die Bolmke auch als Strecke für Cross-Radfahren genutzt, jedoch ist die Strecke auf behördliche Anordnung hin zerstört worden. Seit einigen Jahren ist die Bolmke Naturschutzgebiet.

Die Planung In den Jahren 1938/39 erlebte Hombruch eine aktive Bautätigkeit welche zur Verbesserung des Wohnraumes führen sollte. Hombruch war dabei nur ein Baustein in einem Plan welcher zum Ziel hatte eine Süd-West Siedlung innerhalb von Dortmund zu errichten. In Hombruch sollten alleine 4500 neue Wohnungen entstehen. Dieser von den Nationalsozialisten ausgeführte Plan hatte eine reine politische Zielsetzung.

Jeder „Arbeiter“ sollte nah seiner Arbeitsstätte wohnen und leben und das bei einem gehobenen Wohnungsstandart. Aber es gab noch einen weiteren politischen Hintergrund. Mit diesen Mustersiedlungen wollte man die Ballung von Arbeiter verhindern, da diese nach Auffassung der Nationalsozialisten leicht vom Marxismus beeinflusst werden konnten. Also wurde diese Siedlung für alle „geöffnet. Hier sollte der Beamte, der Kaufmann, der Handwerker also alle Schichten des Volkes wohnen, in Wohnungen die schöner, hygienischer als die anderen Wohnungen in Hombruch waren.

Zu dieser Zeit hatten noch ein Großteil der Hombrucher Mietwohnungen das „Plumps Klosett“ im Hof Ein weiteres Ergebnis dieser Süd West Ausrichtung war die Streichung der Ausbaupläne des Dortmunder Norden, also eines gewachsenen Siedlungsraumes mit der Begründung das der Dortmunder Norden ein Bergschadengebiet ist. Dies mag zum Teil stimmen aber die Situation war in dem Süd-West Bereich nicht besser. Dem Proletariat gehörte der Norden dem Besitzenden der Dortmunder Süden. Bedrängte Wohnverhältnisse sorgten für eine Abwanderung und damit zu einer Verelendung des Dortmunder Norden. Dies kam den Machthaber gelegen da die Ansammlung von Arbeiter, anfällig für die Lehren des Marxismus war. Trotz aktiver Bautätigkeit in Dortmund fehlten 1939 über 20000 Wohnungen ( Westfälische Landeszeitung Febr.1939

Datei:P1070507 (2).JPG Hier sieht man die geplante Süd-West Siedlung von Dorstfeld bis Hörde

Würden auf dieser Zeichnung die Industrieanlagen eingezeichnet könnte man deutlich erkenne das der Weg zu diesen Arbeitsstätten sehr kurz war. Allerdings wurde bei dieser Planung nicht berücksichtig das einige Industriebereiche rückläufig waren und eine Blütezeit nur noch durch den anstehenden Krieg hatten.

Die Politik

Bau und Siedlungsbaupolitik im Nationalsozialismus

Der soziale Wohnungsbau im III. Reich wurde vor allem unterschieden in „Volkswohnungen“ und „Kleinsiedlungen“.( Auch Siedlungsstelle genannt) Kleinsiedlungen wurden bis zum Kriegsbeginn aus politischen Gründen bevorzugt, da die Kleinsiedlung dem Eigentümer die Möglichkeit der Selbstversorgung durch einen kleinen Garten und eingeschränkter Nutztierhaltung ermöglichte und dem gewünschten Familienzuwachs keine Schranken setzte. Durch den Besitz eines eigenen Heimes sollte sich der Arbeiter sich zudem mehr mit dem eigenen Boden verbunden fühlen und band ihn so verstärkt an die deutsche Heimat (Blut-und-Boden-Ideologie). Eine Kleinsiedlung oder Siedlungsstelle wurde in der Benutzungsordnung geregelt Es waren meist Siedlungen welche durch Organisierte Gruppenselbsthilfe entstanden sind, heute sind diese Siedlungen nicht mehr zeitgemäß da sie Zuviel Land verbrauchten. In Hombruch gibt es noch eine Siedlung welche diesen Charakter hat, an der Hohe Braukstr. Diese Siedlung wurde gebaut mit Hilfe und für die Vertriebenen. Volkswohnungen hingegen waren alles, was nicht einer Kleinsiedlung, sprich einer isolierten Einheit der deutschen Familie, entsprach. Volkswohnungen waren billige Mietwohnungen in Ein- oder Mehrfamilienhäuser, die bis zum Kriegsausbruch weniger erwünscht waren, da sie vor allem das nationalsozialistische Ideal der kinderreichen Familie.

Mit Beginn des Krieges rückte aber die Sparsamkeit und Funktionalität des Wohnungsbaus wieder vermehrt in den Vordergrund, welche typisierte und rational ausgearbeitete Baupläne und Verfahren besser erfüllten, als der aufwändige Bau von Kleinsiedlungsstellen. Ziel der nationalsozialistischen Siedlungsplanung war eine Durchmischung von ein- und zweigeschossigen Kleinhäusern und Mehrfamilienhäusern mit möglichst nicht höherer Geschosszahl, die einen harmonischen Zusammenklang bilden sollten und sich in das Stadtbild einzupassen hatten

Neben diesen politischen Bauvorgaben musste der Architekt sich auch nicht minder wichtigen ästhetischen Regeln unterwerfen, die 1936 als „Baubedingungen der Stadt Waren“ an der Müritz vom Stadtbaurat Pinnow herausgegeben wurden. Diese ästhetischen Bauvorgaben hatten den Schutz des Stadtbildes unter Verwendung regionaler Baustoffe und -formen zum Ziel. Die Baubedingungen beinhalteten unter anderem die Umsetzung der Bauten als Ziegelrohbau mit Verfugung mit weißem Kalkmörtel, schiefergrau gedeckte Steildächer, die einen Neigungswinkel nicht unter 45° aufweisen mussten, und bündig mit der Mauer einsetzten und weiß gestrichene Fensterrahmen. Diese Richtlinien greifen die traditionellen Bauformen des norddeutschen Raumes auf und dienen der Harmonisierung von altem und neuem Stadtteil. Die Siedlung

Unter dem nationalsozialistischen Regime, setzte sich immer mehr die Auffassung durch sogenannte Volkswohnungen (Kleinwohnungen nahe den Industriewerken)zu bauen. Renninghausen erfüllte diese Anforderungen. Es gab um Hombruch herum mehrere Zechenbetrieb, es gab in Barop das Walzwerk und in Hörde das Stahlwerk Phönix. Auch waren noch einige Zechen in Betrieb


Die Politik

Bau und Siedlungsbaupolitik im Nationalsozialismus

Der soziale Wohnungsbau im III. Reich wurde vor allem unterschieden in „Volkswohnungen“ und „Kleinsiedlungen“.( Auch Siedlungsstelle genannt) Kleinsiedlungen wurden bis zum Kriegsbeginn aus politischen Gründen bevorzugt, da die Kleinsiedlung dem Eigentümer die Möglichkeit der Selbstversorgung durch einen kleinen Garten und eingeschränkter Nutztierhaltung ermöglichte und dem gewünschten Familienzuwachs keine Schranken setzte. Durch den Besitz eines eigenen Heimes sollte sich der Arbeiter sich zudem mehr mit dem eigenen Boden verbunden fühlen und band ihn so verstärkt an die deutsche Heimat (Blut-und-Boden-Ideologie). Eine Kleinsiedlung oder Siedlungsstelle wurde in der Benutzungsordnung geregelt Es waren meist Siedlungen welche durch Organisierte Gruppenselbsthilfe entstanden sind, heute sind diese Siedlungen nicht mehr zeitgemäß da sie Zuviel Land verbrauchten. In Hombruch gibt es noch eine Siedlung welche diesen Charakter hat, an der Hohe Braukstr. Diese Siedlung wurde gebaut mit Hilfe und für die Vertriebenen. Volkswohnungen hingegen waren alles, was nicht einer Kleinsiedlung, sprich einer isolierten Einheit der deutschen Familie, entsprach. Volkswohnungen waren billige Mietwohnungen in Ein- oder Mehrfamilienhäuser, die bis zum Kriegsausbruch weniger erwünscht waren, da sie vor allem das nationalsozialistische Ideal der kinderreichen Familie.

Mit Beginn des Krieges rückte aber die Sparsamkeit und Funktionalität des Wohnungsbaus wieder vermehrt in den Vordergrund, welche typisierte und rational ausgearbeitete Baupläne und Verfahren besser erfüllten, als der aufwändige Bau von Kleinsiedlungsstellen. Ziel der nationalsozialistischen Siedlungsplanung war eine Durchmischung von ein- und zweigeschossigen Kleinhäusern und Mehrfamilienhäusern mit möglichst nicht höherer Geschosszahl, die einen harmonischen Zusammenklang bilden sollten und sich in das Stadtbild einzupassen hatten

Neben diesen politischen Bauvorgaben musste der Architekt sich auch nicht minder wichtigen ästhetischen Regeln unterwerfen, die 1936 als „Baubedingungen der Stadt Waren“ an der Müritz vom Stadtbaurat Pinnow herausgegeben wurden. Diese ästhetischen Bauvorgaben hatten den Schutz des Stadtbildes unter Verwendung regionaler Baustoffe und -formen zum Ziel. Die Baubedingungen beinhalteten unter anderem die Umsetzung der Bauten als Ziegelrohbau mit Verfugung mit weißem Kalkmörtel, schiefergrau gedeckte Steildächer, die einen Neigungswinkel nicht unter 45° aufweisen mussten, und bündig mit der Mauer einsetzten und weiß gestrichene Fensterrahmen. Diese Richtlinien greifen die traditionellen Bauformen des norddeutschen Raumes auf und dienen der Harmonisierung von altem und neuem Stadtteil. Die Siedlung

Unter dem nationalsozialistischen Regime, setzte sich immer mehr die Auffassung durch sogenannte Volkswohnungen (Kleinwohnungen nahe den Industriewerken)zu bauen. Renninghausen erfüllte diese Anforderungen. Es gab um Hombruch herum mehrere Zechenbetrieb, es gab in Barop das Walzwerk und in Hörde das Stahlwerk Phönix. Auch waren noch einige Zechen in Betrieb



Die Wohnungsbaupolitik stand unter dem Einfluss Dortmund als Rüstungsstadt auszubauen. Propagandistisch wurde die dazu gehörende geplante und durchgeführte Bautätigkeit heraus gestellt. Eine wirklich ausgefüllte Baupolitik wurde erst nach den Schrecken der Bombardierungen zu Friedenszeiten vorgenommen.

Es gab bei den Planern aber einen Widerspruch zwischen angekündigter Bautätigkeit und deren Realisierung. Diesen Widerspruch gab es in vielen Bereichen nationalsozialistischer Ankündigung bzw. Plänen. Besonders groß war diese Diskrepanz im Baubereich

Jede Bautätigkeit wurde deshalb mit riesigem „ Tamtam“ durchgeführt und sei sie noch so unbedeutend. Anfang 1938 konnte der Betriebsführer der Hörder Hüttenwerke eine Siedlung von 20 Häusern einweihen. Mit großem Presseaufwand wurde dies als riesige Leistung heraus gestellt und als Teil der kommenden Großsiedlung Dortmund Süd gefeiert. Gleichzeitig wurde der Dortmunder Bevölkerung zu Weihnachten ein Weihnachtsgeschenk versprochen wie man es sich nicht besser vorstellen konnte. Eine neue „Stadt“ die Rudolf Hess Stadt.

Der Stadtentwurf von dem Dortmunder Architekten Joseph Wentzler (07.10.1884 in Vicht/Aachen-14.07.1942 in Dortmund) in Verbindung mit dem Oberbürgermeister Willi Banike (Christof Willy „Willi“ Banike * 3. Juli 1900 in Amberg † 27. September 1970 in Iserlohn deutscher Jurist, Verwaltungsbeamter und Politiker (NSDAP) und ab 30.08.1934 bis12.04.1945 Oberbürgermeister der Stadt Dortmund. wurde als „ Stadt des deutschen Sozialismus „ bezeichnet.