Brandstätter

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Datei hochgeladen mit MsUploadDr. Brandstätter (Jahr unbekannt)[1]

Dipl.-Ing. Dr. Leonhard Brandstätter (geb. 06.11.1906, über 105 Jahre alt[2]) schloss 1929 das Studium der Architektur erfolgreich ab, wandte sich aber der Kartographie zu. Er hatte bereits von seinem Vater die diesem unliebsame Aufgabe übernommen, die nach dem Ersten Weltkrieg benötigten Schulwandkarten des österreichischen Bundeslandes Kärnten in seinen neuen Grenzen zu entwerfen; die erste dieser Karten erschien 1924. 1929 erhielt er eine Stelle beim kartographischen Verlag Freytag & Berndt und entwickelte dort eine Methode zur Felsdarstellung unter Benutzung exakter (photogrammetrisch gewonnener) Höhenlinien. Daneben erlernte er das damals übliche Vervielfältigungsverfahren, die Lithographie.

1938, wohl nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich, trat Brandstätter in das Reichsamt für Landesaufnahme ein.

Im Zweiten Weltkrieg diente Brandstätter als Soldat, bis er im Dienstgrad Unteroffizier als Kartograph und Topograph zum Forschungskommando Süd der Forschungsstaffel z.b.V. kam. Er erwähnt in seinen biographischen Darstellungen die Stationen (Einsatzgruppen) Saloniki, Laibach/Istrien und Mendelpaß, und dass sein Trupp schließlich am 08.05.1945 am Fuße des Großvenedigers gefangengenommen wurde. Er blieb bis 1947 in Kriegsgefangenschaft.

Anschließend arbeitete Brandstätter freiberuflich. 1955 erwarb er mit der Darstellung seiner Methode den Grad eines Doktors der Technischen Wissenschaften. Von 1973 bis 1975 hielt er eine Reihe von Kursen über Topographische Kartographie an der Technischen Universität Graz für Studenten der Geodäsie. Die Technische Universität Graz und die Universität Graz widmeten ihm zum 102. Geburtstag in Anerkennung seiner Verdienste um die Hochgebirgskartographie die Veröffentlichung über das 9. Internationale Hochgebirgsfernerkundungskartographie-Symposium.[3] Inzwischen wird er als Pariarch der österreichischen Alpenkartographie verehrt.

Quellen:[4]

Dissertation:

Exact Contour Lines and Topographical Terrain Representation. Vienna Institute of Technology, Department of Geodesy, 1955

Veröffentlichungen: 16 Publikationen, darunter

Gebirgskartographie. In: Band II der Enzyklopädie der Kartographie, Österr. Akadamie der Wissenschaften. Franz Deuticke, Wien, 1983.

  1. Veröffentlichungsgenehmigung siehe DAV
  2. Zeitungsartikel mit Foto als 105-jährigem, abgerufen am 08.03.2012
  3. Dipl.-Ing. Dr.techn. Leonhard Brandstätter zum 102. Geburtstag, abgerufen am 08.03.2012
  4. Häusler S. 170; Gerhard Brandstätter: About Life and Work of a Patriarch of Austrian Alpine Cartography. In: Grazer Schriften der Geographie und Raumforschung Band 43/2007 S. 159-166, abgerufen am 08.03.2012; pers. Mitt. seines Enkels Erwin Gartner per E-Mail vom 13.04.2025