17. August 1941

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Editorial 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 1947 1948 1949 Gefangenschaft Epilog Anhang

Chronik 40–45

Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember Eine Art Bilanz Gedankensplitter und Betrachtungen Personen Orte Abkürzungen Stichwort-Index Organigramme Literatur Galerie:Fotos,Karten,Dokumente

Chronik 45–49

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Erfahrungen i.d.Gefangenschaft Bemerkungen z.russ.Mentalität Träume i.d.Gefangenschaft

Personen-Index Namen,Anschriften Personal I.R.477 1940–44 Übersichtskarte (Orte,Wege) Orts-Index Vormarsch-Weg Mil.Rangordnung 257.Inf.Div. MG-Komp.eines Inf.Batl. Kgf.-Lagerorganisation Kriegstagebücher Allgemeines Zu einzelnen Zeitabschnitten Linkliste Rotkreuzkarte Originalmanuskript Briefe von Kompanie-Angehörigen

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GEO INFO
Kirowa, Abzweigung am Bahnwärterhäuschen Karte — map Karte — map

Es ist Sonntag (17.08.1941). Die Straßen sind fast leer, nur einige Kinder spielen in der Nähe ihrer Häuser. In den Straßen liegen Straßenbahnschienen, aber die Bahn fährt nicht. Es gibt noch keinen Strom. Der Krieg ist ja erst vor wenigen Tagen über die Stadt gerollt, und die Ruhe ist erzwungen, denn die Wirtschaft ist noch nicht wieder angekurbelt. Dennoch liegt so etwas wie Sonntagsruhe über der Stadt und diesem Fabrikviertel, und es erinnert mich ein wenig an meinen Geburtsort Oberschöneweide.

B.W. bedeutet Bahnwärterhaus

Ich stehe mit einem Leutnant einige Kilometer ostwärts von Kirowa. Es ist eine Stelle, wo der Weg, der bisher am Bahngleis entlang führte, fast unmerklich nach Süden abbiegt. Das kann bei Nacht trotz der Richtungsschilder leicht übersehen werden, denn auch der Weg hebt sich nur unmerklich von der Umgebung ab. Deshalb stehen wir hier, um die Kolonnen auf den rechten Weg zu setzen. Hier steht auch ein bewohntes Bahnwärterhäuschen,[1] in dem wir unser Quartier aufgeschlagen haben. Ein einsames Haus, denn in weitem Umkreis bis zum Horizont ist kein zweites mehr zu sehen, dabei ist die Ebene weit, flach und baumlos. Das Bahngleis ist das erste, das ich seit Beginn des Feldzuges sehe. Ich stelle mich auf die Schienen und schaue mit leiser Wehmut ••• S. 38 •••auf den Schienenstrang, der nach Westen in die geliebte Heimat führt und nach Osten in unbekannten Fernen verschwindet. Ein sichtbarer Beweis dafür, dass einmal Menschen hier gewesen sind, ein Gedanke, der angesichts der einsamen Weite dieser Landschaft beinahe unglaubhaft erscheint. Aber es fahren keine Züge mehr. Auch hier hat der Krieg vorerst die Verbindungen zerstört. Der Unterbau der Gleise ist übrigens schlecht und besteht nur aus einer flachen Sandschüttung. Schon deshalb muss die Spur breiter sein. Außerdem hat die Breitspur strategische Bedeutung: Wenn der Feind die Gleise benutzen will, muss er sie umspuren.

Ich bin hier mit dem Leutnant allein. Der schläft draußen sogar auf der Wache in der Gewissheit, dass die Geräusche der anrückenden Kolonnen ihn wecken werden. Ich liege im Bett in einem Raum des Bahnwärterhäuschens. Ich schlafe schlecht. Es ist zu warm, stockfinster, Mitternacht. Da höre ich auf dem Gang vor meinem Zimmer verdächtige Geräusche. Ich ziehe meinen Trommelrevolver und springe hinaus. Da steht der Russe, der Bahnwärter, vor meiner Tür. Er steht starr im Schein meiner Taschenlampe. Dann entfernt er sich wortlos, in der Hand hat er ein Beil.


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  1. Das Bahnwärterhaus war am Bahndamm am im Luftbild noch erkennbaren Bahnübergang, die Abzweigung ist nur noch in der Heereskarte M-36-125-B sichtbar.