3. November 1945

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Editorial 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 1947 1948 1949 Gefangenschaft Epilog Anhang

Chronik 40–45

Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember Eine Art Bilanz Gedankensplitter und Betrachtungen Personen Orte Abkürzungen Stichwort-Index Organigramme Literatur Galerie:Fotos,Karten,Dokumente

Chronik 45–49

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31.

Erfahrungen i.d.Gefangenschaft Bemerkungen z.russ.Mentalität Träume i.d.Gefangenschaft

Personen-Index Namen,Anschriften Personal I.R.477 1940–44 Übersichtskarte (Orte,Wege) Orts-Index Vormarsch-Weg Mil.Rangordnung 257.Inf.Div. MG-Komp.eines Inf.Batl. Kgf.-Lagerorganisation Kriegstagebücher Allgemeines Zu einzelnen Zeitabschnitten Linkliste Rotkreuzkarte Originalmanuskript Briefe von Kompanie-Angehörigen

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3.11.45. Der Russe beginnt unter den Offizieren freiwillige Arbeitskräfte zu werben.[1] Laut Genfer Konvention brauchen wir nicht zu arbeiten. Der Russe will uns auch nicht direkt zwingen. Also wirbt er mit Versprechungen auf russische Art: In der Sowjetunion gelte das Prinzip ‚wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen‘[2]. Wer sich also nicht freiwillig meldet, bekommt keinen Tabak und keinen Wehrsold (den wir sowieso nie bekommen!!). Er bekommt auch keine Rotkreuz-Postkarten. Das war natürlich auch wieder ein Rechtsbruch, aber das stört den Iwan nicht. Ob der Russe sich an Verträge hielt oder nicht, hing davon ab, ob es ihm in sein Konzept und seine Pläne passte oder nicht.

Unter den Offizieren setzte nun die typisch deutsche Reaktion ein: Es begann eine eifrige Diskussion darüber, ob man arbeiten sollte oder nicht. Manche lehnten die russische Aufforderung aus Prinzip ab. Der größere Teil aber wollte arbeiten gehen, um der Öde des Lagerlebens und der seelischen Abstumpfung zu entgehen, die durch das Nichtstun entstand.[3] Und schon war die Uneinigkeit da. Der Russe hatte gewonnen.

Unser erster Arbeitseinsatz. Wie entladen Zementsäcke aus einem Flusskahn. Die russische Vorstellung vom sozialen Habitus des deutschen Offizier-Korps ist derart grotesk, dass man weinen möchte. Er hält uns alle für feine Herrchen, die nie im Leben körperlich gearbeitet haben. Der russische Aufseher, ein Offizier, ist ernstlich besorgt, ob wir wohl einen Zementsack von 1 Zentner tragen könnten!


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  1. Bogg S. 45
  2. Bogg S. 35
  3. Bogg S. 48