1. September 1946

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Editorial 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 1947 1948 1949 Epilog Anhang

Chronik 40–45

Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember Eine Art Bilanz Gedankensplitter und Betrachtungen Personen Orte Abkürzungen Stichwort-Index Organigramme Literatur Galerie:Fotos,Karten,Dokumente

Chronik 45–49

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31.

Erfahrungen i.d.Gefangenschaft Bemerkungen z.russ.Mentalität Träume i.d.Gefangenschaft

Personen-Index Namen,Anschriften Personal I.R.477 1940–44 Übersichtskarte (Orte,Wege) Orts-Index Vormarsch-Weg Codenamen der Operationen im Sommer 1942 Mil.Rangordnung 257.Inf.Div. MG-Komp.eines Inf.Batl. Kgf.-Lagerorganisation Kriegstagebücher Allgemeines Zu einzelnen Zeitabschnitten Linkliste Rotkreuzkarte Originalmanuskript Briefe von Kompanie-Angehörigen

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Die kommunistische Welt feiert schon den zweiten Weltfriedenstag (01.09.1946), und wir sitzen immer noch hier als Kriegsgefangene. Aber ich will alle Unbilden der Gefangenschaft als Buße für meine vielen Verfehlungen ertragen.

Seit dem Lager Windau sind die Zustände in den Lagern, die ich inzwischen durchlaufen habe, von Lager zu Lager schlechter geworden. Die Lager-Atmosphäre hier in Smolensk unterscheidet sich wesentlich von der in Lettland. Dort war noch etwas vom europäischen Geist zu spüren (außer in Salaspils). Dort hat der Russe sich vielleicht angesichts der lettischen Bevölkerung noch etwas zurückgehalten. Hier in Smolensk ist reine russische Luft. Hier herrscht der Despotismus wie zur Zeit Iwans des Schrecklichen, die bolschewistische Unkultur der Ausbeutung, Rechtlosigkeit und des Hasses. Hier sind wir nicht mehr in oder am Rande Europas, hier sind wir mitten in Russland.

Zugegeben, wir bekommen das nicht täglich zu spüren. Wir haben zeitweilig angenehme Arbeitsbedingungen, freundliche Posten als Bewachung und oft rührende Beweise russischer Gutmütigkeit. Aber das lag an einzelnen Menschen im persönlichen Kontakt. Das war nicht das Verdienst des Systems. ••• S. 307 •••In entscheidenden Augenblicken bekommen wir immer wieder unser Sklavendasein zu spüren. Auch die Sklaven Roms oder die amerikanischen Negersklaven wurden nicht dauernd ausgepeitscht, aber sie waren unfrei und rechtlos, Menschenware und Arbeitstiere, wie wir hier.

Rührend und lächerlich zugleich ist manches im russischen Alltag. Formlos, geschmacklos, zuweilen pietätlos. Manches ist Nachkriegsarmut (Beerdigungsteilnehmer in Wattejacken). Sie haben oft nur eine einzige Bekleidungsgarnitur. Manches ist zum Lachen: Frauen in eleganten Morgenröcken auf der Straße oder gar im Theater. Frauen in braunen SA-Hemden. Alles in Deutschland geklaut. Nicht alles ist kulturlos. Die russische Durchschnittsfrau ist brav und hausbacken, und das ist wahrlich kein Fehler.


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