1946/August/20: Unterschied zwischen den Versionen

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20.8.46. Alle gelegentlichen Erleichterungen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir rechtlose Arbeitssklaven sind. Ein Hauptmann bekommt 5 Jahre Freiheitsentzug, weil er die Arbeit verweigert hat, was ihm nach der Genfer Konvention durchaus zusteht. 2 Mann erhalten 2 Tage Strafzug, weil sie die Norm nicht erfüllt haben, obgleich es sich um eine Normverwechselung gehandelt hat. Die Sowjetunion hat nie wieder das Recht, Ausbeutung, Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit anzuprangern. Allzu oft hat sie selbst dagegen verstoßen.
  
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Kameraden erzählen: Im Hauptlager Smolensk sind allein im Sommer 1944 {{S|306}}von 6000 Mann 2400 an Hunger, Ruhr und Fleckfieber gestorben. Im Winter 1944/45 wurden Außenarbeiten bei –30 bis –35° durchgeführt (Verstoß gegen Genf!), noch dazu in spärlicher, zerlumpter Kleidung und manche ohne Schuhwerk. Täglich mehrere Panjewagen voller Toter aus dem Lager gefahren. – Oberfeldwebel Vogt erschlägt einen Kameraden mit einem Knüppel, weil er sich seinen Anordnungen widersetzt hat. Smolensk Winter 44/45: Tagesrekord 87 Tote.
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Ein Zivilgefangener (verschleppter Zivilist! Genf!) aus Danzig erzählt, dass sein Wohnungsnachbar sich, an jeder Hand eines seiner Kinder, im Zimmer hinstellen und zusehen musste, wie seine vor ihm am Boden liegende Frau von 7 Russen vergewaltigt wurde. – Russische Panzer wecken die Bevölkerung, und als diese auf die Straße strömt, wird sie mit MGs beschossen. – Vergewaltigungen am laufenden Band.
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Zirnke erzählt: Bei seiner Gefangennahme Aufstellung an einem Graben, Russe stellt MG auf, und nur ein höherer russischer Offizier verhindert, dass sie alle erschossen werden. Dennoch werden einige erschossen. Ein Feldwebel wird nach Durchsicht seines Wehrpasses erschossen. – Offizier mit Kopf an Baum genagelt, Augen ausgestochen, Geschlechtsteile abgeschnitten. Genickschuss, erschlagen. Zinke erzählt: Nach Gefangennahme heißt es: Offiziere rechts heraus, Hiwis (russische Hilfswillige bei deutschen Truppen) links heraus. Sie werden erschossen, die Kolonne marschiert weiter.
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Sept. 45. Russische Ärztin bekommt 5 Tage Bau ''(Arrest)'', weil sie mit deutschem Offizier im Bett lag. – Der Heldenfriedhof in Libau ist eingeebnet. In Nica steht er noch. – Deutscher Offizier, als Frau verkleidet, flieht mit einem lettischen Mädchen. Unterwegs wird das lettische Mädchen von Russen angehalten und belästigt. Der Deutsche wird nervös und flieht, wird dabei erschossen. Sein Grab wird von Letten gepflegt. Die Gräber von Gise<ref>Im Original „Giese“; vermutlich ist Oberst [[Freiherr Ernst August Maximilian Josef von Gise]] gemeint, Kommandeur der Gruppe Oberst von Gise (letzte divisionsrangige Kommandobehörde im letzten Stellungsraum des Autors), der am 08.05.1945 bei Bernati fiel.</ref> und Werthen (Werschem?) in Bernati von Letten gepflegt. – In der Rigaer Kirche (welche?) ist Gottesdienst. – In Windau klauen russische Posten und deutsche Plennis gemeinsam Bekleidung. – Königsberg, Weichsel- und Oderfront: Gefangene oder Verwundete, die nicht mehr laufen können oder schlapp machen, werden erschossen. – Mit Panzern in Gefangenenkolonne hineinzufahren, war offenbar ein öfter geübtes Verbrechen. – Gefangenen werden die Filzstiefel ausgezogen; sie müssen barfuß weiterlaufen. – Immer wieder Vergewaltigung von Frauen. Ein 14-jähriges lettisches Mädchen. – Königsberg: 6 Landser und 2 RK-Schwestern, im Keller versteckt, von Russen entdeckt. Schwestern werden vergewaltigt. 2 Landser springen zu Hilfe, werden mit Bajonetten erstochen. Ostpreußen: In einem Raum 30 deutsche Frauen mit ausgestochenen Augen, abgeschnittenen Ohren und Nasen. Einer Frau haben sie einen Schirm in die Scheide gestoßen. – Aus Flüchtlingskolonnen Frauen herausgeholt und 5 m neben der Straße vergewaltigt.
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(Eigene Hinzufügung: Aus der eigenen Verwandtschaft und Bekanntschaft wurden zwei Frauen von Russen vergewaltigt, d. h. von einer Gruppe von Russen.)
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Für 5 aus dem Lager Geflohene werden 10 Mann vor den Augen der Lagerbelegschaft erschossen. – Die Frau von Alfons Kaletha (Kalescha)<ref>evtl. identisch mit [[Anhang/Personen/Stellenbesetzung_1940–1944_im_I.R._bzw._G.R.477#1940/41_in_Jasło|Lt. d.R. Kalefe]], der am 20.05.1941 Zugführer in der 6./I.R. 477 war?</ref> wurde vergewaltigt. – Lettische Offiziere werden schlechter behandelt, als deutsche. – Ein Waldkommando (deutsche Holzfällerbrigade) geht sonntags aufs Dorf zum Tanzen. Bauern gutmütig. Stadtbevölkerung stärker verhetzt. Ende der Berichte.
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Aktuelle Version vom 16. August 2021, 16:51 Uhr

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Editorial 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 1947 1948 1949 Gefangenschaft Epilog Anhang

Chronik 40–45

Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember Eine Art Bilanz Gedankensplitter und Betrachtungen Personen Orte Abkürzungen Stichwort-Index Organigramme Literatur Galerie:Fotos,Karten,Dokumente

Chronik 45–49

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31.

Erfahrungen i.d.Gefangenschaft Bemerkungen z.russ.Mentalität Träume i.d.Gefangenschaft

Personen-Index Namen,Anschriften Personal I.R.477 1940–44 Übersichtskarte (Orte,Wege) Orts-Index Vormarsch-Weg Mil.Rangordnung 257.Inf.Div. MG-Komp.eines Inf.Batl. Kgf.-Lagerorganisation Kriegstagebücher Allgemeines Zu einzelnen Zeitabschnitten Linkliste Rotkreuzkarte Originalmanuskript Briefe von Kompanie-Angehörigen

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20.8.46. Alle gelegentlichen Erleichterungen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir rechtlose Arbeitssklaven sind. Ein Hauptmann bekommt 5 Jahre Freiheitsentzug, weil er die Arbeit verweigert hat, was ihm nach der Genfer Konvention durchaus zusteht. 2 Mann erhalten 2 Tage Strafzug, weil sie die Norm nicht erfüllt haben, obgleich es sich um eine Normverwechselung gehandelt hat. Die Sowjetunion hat nie wieder das Recht, Ausbeutung, Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit anzuprangern. Allzu oft hat sie selbst dagegen verstoßen.

„Kameraden erzählen“, ein Textteil ohne Gewähr für die Wahrheit des Berichteten[1]

Kameraden erzählen: Im Hauptlager Smolensk sind allein im Sommer 1944 ••• S. 306 •••von 6000 Mann 2400 an Hunger, Ruhr und Fleckfieber gestorben. Im Winter 1944/45 wurden Außenarbeiten bei –30 bis –35° durchgeführt (Verstoß gegen Genf!), noch dazu in spärlicher, zerlumpter Kleidung und manche ohne Schuhwerk. Täglich mehrere Panjewagen voller Toter aus dem Lager gefahren. – Oberfeldwebel Vogt erschlägt einen Kameraden mit einem Knüppel, weil er sich seinen Anordnungen widersetzt hat. Smolensk Winter 44/45: Tagesrekord 87 Tote.

Ein Zivilgefangener (verschleppter Zivilist! Genf!) aus Danzig erzählt, dass sein Wohnungsnachbar sich, an jeder Hand eines seiner Kinder, im Zimmer hinstellen und zusehen musste, wie seine vor ihm am Boden liegende Frau von 7 Russen vergewaltigt wurde. – Russische Panzer wecken die Bevölkerung, und als diese auf die Straße strömt, wird sie mit MGs beschossen. – Vergewaltigungen am laufenden Band.

Zirnke erzählt: Bei seiner Gefangennahme Aufstellung an einem Graben, Russe stellt MG auf, und nur ein höherer russischer Offizier verhindert, dass sie alle erschossen werden. Dennoch werden einige erschossen. Ein Feldwebel wird nach Durchsicht seines Wehrpasses erschossen. – Offizier mit Kopf an Baum genagelt, Augen ausgestochen, Geschlechtsteile abgeschnitten. Genickschuss, erschlagen. Zinke erzählt: Nach Gefangennahme heißt es: Offiziere rechts heraus, Hiwis (russische Hilfswillige bei deutschen Truppen) links heraus. Sie werden erschossen, die Kolonne marschiert weiter.

Sept. 45. Russische Ärztin bekommt 5 Tage Bau (Arrest), weil sie mit deutschem Offizier im Bett lag. – Der Heldenfriedhof in Libau ist eingeebnet. In Nica steht er noch. – Deutscher Offizier, als Frau verkleidet, flieht mit einem lettischen Mädchen. Unterwegs wird das lettische Mädchen von Russen angehalten und belästigt. Der Deutsche wird nervös und flieht, wird dabei erschossen. Sein Grab wird von Letten gepflegt. Die Gräber von Gise[2] und Werthen (Werschem?) in Bernati von Letten gepflegt. – In der Rigaer Kirche (welche?) ist Gottesdienst. – In Windau klauen russische Posten und deutsche Plennis gemeinsam Bekleidung. – Königsberg, Weichsel- und Oderfront: Gefangene oder Verwundete, die nicht mehr laufen können oder schlapp machen, werden erschossen. – Mit Panzern in Gefangenenkolonne hineinzufahren, war offenbar ein öfter geübtes Verbrechen. – Gefangenen werden die Filzstiefel ausgezogen; sie müssen barfuß weiterlaufen. – Immer wieder Vergewaltigung von Frauen. Ein 14-jähriges lettisches Mädchen. – Königsberg: 6 Landser und 2 RK-Schwestern, im Keller versteckt, von Russen entdeckt. Schwestern werden vergewaltigt. 2 Landser springen zu Hilfe, werden mit Bajonetten erstochen. Ostpreußen: In einem Raum 30 deutsche Frauen mit ausgestochenen Augen, abgeschnittenen Ohren und Nasen. Einer Frau haben sie einen Schirm in die Scheide gestoßen. – Aus Flüchtlingskolonnen Frauen herausgeholt und 5 m neben der Straße vergewaltigt.

(Eigene Hinzufügung: Aus der eigenen Verwandtschaft und Bekanntschaft wurden zwei Frauen von Russen vergewaltigt, d. h. von einer Gruppe von Russen.)

Für 5 aus dem Lager Geflohene werden 10 Mann vor den Augen der Lagerbelegschaft erschossen. – Die Frau von Alfons Kaletha (Kalescha)[3] wurde vergewaltigt. – Lettische Offiziere werden schlechter behandelt, als deutsche. – Ein Waldkommando (deutsche Holzfällerbrigade) geht sonntags aufs Dorf zum Tanzen. Bauern gutmütig. Stadtbevölkerung stärker verhetzt. Ende der Berichte.

Ende des Abschnitts „Kameraden erzählen“, ein Textteil ohne Gewähr für die Wahrheit des Berichteten

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Editorial 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 1947 1948 1949 Gefangenschaft Epilog Anhang

Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember Eine Art Bilanz Gedankensplitter und Betrachtungen Personen Orte Abkürzungen Stichwort-Index Organigramme Literatur Galerie:Fotos,Karten,Dokumente

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31.

Erfahrungen i.d.Gefangenschaft Bemerkungen z.russ.Mentalität Träume i.d.Gefangenschaft

Personen-Index Namen,Anschriften Personal I.R.477 1940–44 Übersichtskarte (Orte,Wege) Orts-Index Vormarsch-Weg Mil.Rangordnung 257.Inf.Div. MG-Komp.eines Inf.Batl. Kgf.-Lagerorganisation Kriegstagebücher Allgemeines Zu einzelnen Zeitabschnitten Linkliste Rotkreuzkarte Originalmanuskript Briefe von Kompanie-Angehörigen

  1. Aus dem Vorwort: Für den Wahrheitsgehalt der Abschnitte „Kameraden erzählen“ kann ich mich nicht unbedingt verbürgen. Bei derartigen Berichten sind Übertreibungen und Wichtigtuerei der Erzähler nicht auszuschließen, obgleich ich persönlich aus eigenem Wissen und Erleben an der Wahrheit dieser Berichte im Prinzip nicht zweifle.
  2. Im Original „Giese“; vermutlich ist Oberst Freiherr Ernst August Maximilian Josef von Gise gemeint, Kommandeur der Gruppe Oberst von Gise (letzte divisionsrangige Kommandobehörde im letzten Stellungsraum des Autors), der am 08.05.1945 bei Bernati fiel.
  3. evtl. identisch mit Lt. d.R. Kalefe, der am 20.05.1941 Zugführer in der 6./I.R. 477 war?