30. November 1940

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Editorial 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 1947 1948 1949 Gefangenschaft Anhang

Chronik 40–45

Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember Eine Art Bilanz Gedankensplitter und Betrachtungen Personen Orte Abkürzungen Stichwortverzeichnis Organigramme Literatur Galerie:Fotos,Karten,Dokumente

Chronik 45–49

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Erfahrungen i.d.Gefangenschaft Bemerkungen z.russ.Mentalität Träume i.d.Gefangenschaft

Personenverzeichnis Namen und Anschriften Personal i.IR 477 40–44 Übersichtskarte (Orte,Wege) Ortsverzeichnis Vormarsch-Weg Militärische Rangordnung 257.Inf.Div. MG-Komp.eines Inf.Batl. Kgf.-Lagerorganisation Kriegstagebücher Allgemeines Zu einzelnen Zeitabschnitten Linkliste Originalmanuskript Briefe von Kompanie-Angehörigen

Der Autor "Fw. Schröder 8./I.R. 477"[1] in der Teilnehmerliste für den Offizierlehrgang in der Divisionsschule Zegiestow[2]
Haus Viktor in Bad Zegiestow
Den Goralen wurde 1944 eine Briefmarke gewidmet, die nicht mehr zur Ausgabe gelangte

Am 30. Nov. 1940 werde ich zu einem Offizieranwärterlehrgang für OA-Feldwebel nach Bad Zegiestow am Poprad kommandiert. Er findet in der Divisionsschule[3] statt, die in einem hoch-modernen Hotel, dem „Haus Viktor“, untergebracht ist. Die Zimmer sind komfortabel eingerichtet, Empfangshalle, Treppenhaus und Gänge sind mit Teppichen und Läufern ausgelegt. In den Gesellschaftsräumen sitzt man in modernen, sehr bequemen Stahlrohrsesseln. (Besatzungsmächte suchen sich immer die besten Unterkünfte aus!) Das Gebäude steht in der gewaltigen Karpatenlandschaft hoch oben an dem steilen Hang eines tief eingeschnittenen Tales, in dessen Grund tief unten sich quirlend und rauschend ein Flüsschen dahin schlängelt. Das polnische Karpatenland ist das Wohngebiet der Goralen. Es ist ein Volksstamm, der in seiner Lebensweise und im Bewusstsein der Polen etwa dieselbe Stellung einnimmt wie bei uns die Tiroler.

Die Lehrgangsarbeit ist umfangreich und nimmt den größten Teil des Tages ein. Der Lehrplan umfasst alle Bereiche des militärischen Wissens, das in Unterrichtsstunden und Sandkastenübungen dargeboten und in Schülervorträgen und Diskussionen überprüft wird. Lehrgangsleiter ist ein Hauptmann aus dem Divisionsstab, Lehrer sind Offiziere der verschiedenen Waffengattungen. Einmal stellt ein Pionier-Major einem Pionier-OA eine Aufgabe: Einsatz der Brückenbaupioniere unter Feindbeschuss. Der OA beim Vortrag: „… und der Bataillonskommandeur hat vorn zu sein, denn er ist Bataillonsführer und nicht Bataillonsschieber.“ Der Major fährt überrascht hoch: „Was war das? Noch einmal!“ Der OA wiederholt seinen Spruch ungerührt. Der Lehrer ist begeistert!

Wir liegen zu zweit auf den Zimmern. Schon in der ersten Nacht schnarcht mein Partner so fürchterlich, dass ich ihn dauernd wecken muss, weil ich nicht schlafen kann. Endlich packt mich der Zorn, und ich haue ihm mein Kopfkissen aufs Gesicht. Da wird er endlich richtig wach, und bevor er wieder zu sägen beginnt, bin ich eingeschlafen. Am nächsten Morgen bitte ich den Lehrgangsleiter um ein anderes Zimmer und habe nun einen sehr angenehmen Zimmergenossen. Er ist bei der Nachrichtentruppe. Ich habe ihn später beim Vormarsch in Russland einmal wiedergesehen.

Abends nach Dienstschluss folgen dann immer noch einige schöne Stunden der Entspannung. Manchmal gehen wir in dem kleinen Ort spazieren, meist aber sitzen wir lesend oder plaudernd im Foyer, während aus der angrenzenden Bar der Lärm der Alkoholiker dringt, übertönt von den sentimentalen Klängen des Saisonschlagers: „Hörst Du mein heimliches Rufen…“ Zum Abschluss des Lehrgangs, der 14 Tage gedauert hat, gab es ein Festessen mit Eisbein und Sauerkraut. Es waren ausgesuchte, delikate Rieseneisbeine.


  1. unser Name mit dem ungewöhnlichen "dt" wird oft falsch geschrieben
  2. KTB 257. I.D., NARA T-315 Roll 1802 Frame 000454
  3. erwähnt auch Benary auf S. 22

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